Einbau einer Klimaanlage im Corrado
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Danke an Gerd Wozniak (Diabolino), der sich die Mühe gemacht hat, diese Anleitung während seines Umbau's für den Techtalk zu erstellen!
Inhaltsverzeichnis |
Vorwort
Erstmal vorweg, wenn man sich diesen "Stress" antun will, braucht man ein paar Nerven und vor allem auch etwas Ahnung und gutes Werkzeug (keinen Nusskasten für 5 Euro aus dem Baumarkt). Nachfolgender Umbau bezieht sich auf den Einbau einer manuellen Klimaanlage (keine Klimaautomatik) in einen Corrado VR6, EZ 02/1992, wird aber sicherlich auch auf die anderen Corrados zu 99% passen. Die Klimaanlage stammte aus einem baugleichen Fahrzeug (Corrado VR6 EZ 08/1992). Ab Baujahr August 1992 (betraf mich nicht mehr) war zumindest der Kabelbaum beim VR6 anders. Weiterhin habe ich herausgefunden, dass zwar die Teile im Fahrzeuginneren bei allen Corrados gleich sind, der Kompressor, der Kondensator und damit auch die Leitungen zumindest für den VR6 anders sind, als für die anderen Corrados (G 60, 16 V, etc.). Die Leitungen und der Klimakühler von anderen VR6 (Golf, Passat etc.) passen auch nur sehr problematisch (oder gar nicht), ich persönlich würde komplette Corrado-Teile verwenden, auch wenn es etwas schwieriger ist sie zu bekommen. Einzig der Kompressor ist bei allen VR6-Motoren gleich. Am besten man kauft eine komplette Klimaanlage aus einem Unfall-Corrado (und baut sie wenn möglich selbst aus oder ist zumindest dabei), da man dort alle Teile auf einmal und zusammen hat, und man sich vorstellen kann, wo alles liegt. Weiterhin funktioniert die Gebläseregulierung nicht mehr mit Bowdenzügen, sondern mittels Unterdruck. Nur die Einstellung warm/kalt wird weiterhin mit einem Bowdenzug eingestellt. Man könnte natürlich auch den alten Heizungskasten weiter verwenden, muss dann aber einen extra Schalter für das Ein- und Ausschalten der Klimaanlage einbauen. Bei nachfolgender Beschreibung wurde das Armaturenbrett nicht herausgebaut.
Folgende Teile benötigt man
- Kondensator (sitzt vorm normalen Motorkühler, ist fast genauso groß)
- 3 Klimaleitungen (Verdampfer->Kondensator, Kondensator->Kompressor, Kompressor->Verdampfer)
- Kompressor (Halter müsste beim VR6 schon dran sein, hält auch die Lichtmaschine)
- Keilriemen (ist durch Kompressor länger als normal)
- im Innenraum den Verdampfer incl. Gehäuse und Gebläse incl. Motor (am besten die komplette Heizungs-Kühlanlage wechseln, incl. der Lüftungsregler mit Klimaeinschalter)
- Blende für Bedienteil der Heizungsregulierung
- Kabelbaum innen mit Anschlüssen zum neuen Gebläsemotor (alter passt nicht), Klimaeinschalter, Verdampfer, Gebläsestufenschalter, Klimarelais und Sicherungskasten
- Kabelbaum außen mit Anschlüssen zum Steuergerät der Motorkühlung, Kühlermotor, Batterie, Kompressor, Klimaleitung, Außentemperaturschalter, Thermoschalter
- Steuergerät für Motorkühlung 3.Stufe/Klimaanlage (incl. Halter)
- Außentemperaturschalter incl. Halter (im Kotflügel Fahrerseite vorn, bei Hupe)
- Thermoschalter (4-Polig braun), steckt mit zwei weiteren ähnlichen Gebern in einem Motorflansch vorn rechts
- Unterdruckbehälter (sitzt im Kotflügel Beifahrerseite)
- Unterdruckleitungen mit Rückschlagventil
- Handschuhfach und Ablage Beifahrerseite (Die genannten Teile werden wohl auf jeden Corrado zutreffen, hier betreffen sie speziell einen VR6 bis Baujahr August 1992.)
Hinweis
Wenn man die Möglichkeit hat, die ganze Aktion durchzuziehen (ca. 2-3 Tage), ohne dass das Fahrzeug zwischendurch benötigt wird, würde ich vorher das Kühlwasser komplett ablassen. Da man durch den Ausbau des Wärmetauschers (Heizung), eventuell des Wasserausgleichsbehälters (Verlegen Kabelbaum) und den Wechsel des Temperaturschalters mindestens zwei- bis dreimal in den Kühlkreislauf eingreift, vom eventuellen Ausbau des Kühlers mal abgesehen (wesentlich besseres Arbeiten am Kompressor). Das wäre gleichzeitig die Möglichkeit auf die neue (bessere) rote Kühlflüssigkeit umzusteigen. Wer noch den alten Wärmetauscher drin hat, dem würde ich hier auch gleich zum Wechsel raten. Das Teil kostet bei VW ca. 60 Euro, also nicht die Welt. Wäre ärgerlich, wenn man den nachfolgenden Aufwand wegen eines geplatzten Wärmetauschers zweimal hat.
Innenraum
Am logischsten ist, man fängt mit dem Innenraum an (um Platz zu haben, ist es am besten, man baut den Beifahrersitz aus). Zuerst muss die Ablage im Beifahrerraum raus, dann das Handschuhfach. Weiterhin kann man gleich die Ablage im Fußraum der Fahrerseite mit ausbauen. Dann müssen die Gebläseschläuche zu den Luftaustrittsdüsen entfernt werden. Links neben dem Handschuhfach befindet sich eine ca. 15 cm lange Eisenstrebe, welche abgebaut werden muss. Dann muss unter dem Gebläsekasten ein Plastikteil (Luftweiterleitung) abgebaut werden (links und rechts je eine Kreuzschraube). Das Teil nach unten drücken und dann zur Fahrerseite rausnehmen (könnte etwas klemmen, geht aber ohne große Gewalt). Als nächstes müssen die Bowdenzüge für die Heizungsregulierung am Gebläsekasten unten ausgehangen werden. Dann befindet sich ungefähr hinter dem Radio noch ein flaches Plastikteil, welches die Luft zu den Austrittsdüsen oberhalb des Radios leitet. Dieses ist durch zwei Schrauben (links und rechts) am Gebläsekasten befestigt, welche gelöst werden müssen. Dann kann dieses Teil zur Beifahrerseite rausgezogen werden. Jetzt müssen im Motorraum die zwei Schläuche des Kühlkreislaufes, welche zur Heizung gehen, abgezogen werden. Vorsicht, da kommt ein ordentlicher Schwapp Kühlwasser, falls es nicht vorher abgelassen wurde. Die zwei Öffnungen zur Heizung am besten mit einem Stopfen oder Ähnlichem verschließen, so wird beim Ausbau kein Kühlwasser im Innenraum verschüttet. Am Gebläsemotor befindet sich oben noch eine Schraube. Dann können die 3 messingfarbenen Muttern (mit den großen U-Scheiben) an der Spritzwand (Motorraumseite) gelöst werden, zwei unterhalb des Anschlusses für die Heizung, eine ca. 40 cm weiter links. Jetzt kann nach Abziehen des Kabels für den Gebläsemotor die komplette Lüftungseinheit herausgenommen werden. Wer nur den Wärmetauscher seines Fahrzeug wechseln will (bzw. muss), der kann bis hierher die gleichen Arbeitsschritte durchführen. Jetzt müsste nur noch der Wärmetauscher aus den Gebläsekasten herausgenommen werden (zwei Kreuzschrauben), der Neue incl. neuem Schaumstoffklebeband (bei VW gleich mitbestellen) wieder eingesetzt werden, und sämtliche Arbeitsschritte wieder "rückwärts" durchführen. Als nächstes müssen die 4 verschiedenen Löcher (4. Halterungsschraube, Durchgang Verdampfer, Abflussventil, Unterdruckschlauch) vom Innenraum aus in die Spritzwand eingebracht werden. Die schwarze Dämmung ist außer für den Unterdruckschlauch schon vorgestanzt, einfach abmachen und die Reste bis zur Spritzwand komplett entfernen. Als Vorlage für die (vierte) Halterungsschraube und den damit verbundenen Durchgang für den Verdampfer, kann man das Gegenblech, was später in der Spritzwand verschraubt wird, verwenden. Das Blech einfach unter Verwendung des Loches für die 3. Schraube auflegen, anzeichnen und das dann "überflüssige" Blech mit Bohrmaschine und Stichsäge (wer keine hat, eine ordentliches Eisensägeblatt tut es auch, ist aber sehr mühsam) herausschneiden. Als nächstes die Bohrung für den Unterdruckschlauch einbringen. Hier ist kein Loch vorgegeben, ich habe es so weit nach oben gerückt, dass es noch an der Spritzwand und nicht beim Steuergerät herauskommt. Als letztes und schwierigstes ist das Loch für das Abflussventil zu bohren. Da es relativ groß ist (ca. 3 cm, aber bitte selbst nachmessen), für die Stichsäge aber zu klein ist, habe ich halt mehrere kleine Löcher gebohrt und den Rest incl. der Nuten (am Abflussventil erkennbar) mit kleinen Schlüsselfeilen ausgefeilt. Dieses Loch kommt aus einer vorgestanzten Abdeckung der Aluminiumwärmeverkleidung hinter dem Krümmer raus. Danach die Löcher noch mit Rostschutz und Farbe behandeln. Während die Farbe trocknet, kann man inzwischen die alte Heizungs- und Gebläseregulierung am Armaturenbrett rausbauen, einfach Blende abziehen, dann die Kabel abziehen, die zwei Kreuzschrauben rausdrehen und das Teil rausnehmen. Weiterhin muss der alte Kabelbaum für den Gebläsemotor komplett raus. Jetzt kommt der etwas schwierigere Einbau des kompletten Klimaelements (Gebläseregulierung, Verdampferteil, Gebläsemotor). Da es ziemlich eng wird, nicht so einfach wie der Ausbau des wesentlich kleineren Teiles ohne Klima, musste ich vom neuen Gebläsekasten die untere Unterdruckpumpe incl. Halter abbauen, weiterhin musste die Plastikverkleidung im Beifahrerfußraum rechts unten auch incl. des Halters abmontiert werden. Dies wird notwendig, weil man sonst den Gebläsekasten nicht reinbekommt. Wer allerdings das Armaturenbrett rausgebaut hat, kann das große Teil ohne Probleme und Zusatzarbeiten reinbauen. VW meinte damals auch, das Armaturenbrett müsste raus, ich habs so hinbekommen. Wenn der Kasten drin ist, müssen vom Motorraum aus die 4 Schrauben festgeschraubt werden, die Kühlleitungen an den Wärmetauscher angeschlossen werden und eine Schraube (ich glaube 13er) im Innenraum links oben vom Gebläsemotor neu festgeschraubt werden. Das Gewinde dazu ist werksseitig vorhanden. Als nächstes kann das Abflussventil von der Motorseite aus reingeschraubt werden (viertel Umdrehung). Ab jetzt gehen die Arbeitsschritte wieder "rückwärts". Als erstes die Gebläseregulierung wieder einbauen, dann das Plastikteil hinter dem Radio (für Luftaustrittsdüsen oberhalb des Radios), die untere Unterdruckpumpe (falls sie für den Einbau abgebaut wurde), das Plastikteil unter dem Gebläsekasten zur Luftweiterleitung, die Luftschläuche, dann das Eisenteil links vom Handschuhfach usw. Jetzt kann man den neuen Kabelbaum einziehen, beim Anschluss an den Sicherungskasten muss eine Nase (links oder rechts) rausgezogen werden, dann das Kabel einstecken (passt nur an einer Stelle) und die Nase wieder zurückschieben. Wenn man hier angelangt ist, kann man das Gebläse schon mal prüfen, die vierte Stufe dürfte aber noch nicht gehen (war bei mir so, Schaltplan VR6 bis Baujahr August 1992). Das Handschuhfach und die Ablage der Beifahrerseite würde ich erst nach dem Einbau der Unterdruckanlage anbauen, falls doch irgendwas nicht funktionieren sollt. Unterdruckdose: Jetzt kann man die Unterdruckdose unter dem Radkasten der Beifahrerseite montieren. Dazu das Rad abbauen und die Radhausschale entfernen. Jetzt müsste dort werksseitig eine Schraube angeschweißt sein. Diese könnte mit elastischem Klebstoff "übertüncht" sein, einfach abmachen. Dann die Unterdruckdose anschrauben (10er oder 13er Mutter mit U-Scheibe) und die Leitung durch den Schlitz nach oben legen.
Unterdrucksystem
Die Unterdruckleitung kann jetzt weiter in den Motorraum verlegt werden. Bei mir war an dieser Stelle ein Blindstopfen, den ich nur durch einen Durchgangsstopfen ersetzen musste (Billigteil bei VW). Dort muss die Leitung mit einem T-Stück mit der Leitung aus dem Fahrzeuginneren verbunden werden, dann kommt das Rückschlagventil rein, dann weiter zum Motoranschluss. Wenn man es falsch herum einbaut passiert nichts weiter, außer dass die Luftverstellung innen nicht funktioniert. Dieses Ventil ist dazu da, dass die Luftverstellung durch Unterdruck auch bei abgestelltem Motor funktioniert. Am Anfang nach dem Abstellen des Motors ja, danach lässt es zumindest bei mir langsam nach, ist wohl auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Der Motoranschluss kommt vom Motor rechts vorn und geht unter den Zündkabeln in Richtung Spritzwand. Am Ende sind zwei Anschlüsse, wovon einer schon belegt ist (war bei mir so) und einer mit einem Blindstopfen versehen ist. Dieser Blindstopfen muss abgezogen werden und der Unterdruckschlauch vom Rückschlagventil angeschlossen werden. Wenn man jetzt den Motor anlässt und sich der Unterdruck nach 2-3 Sekunden aufgebaut hat, müsste die Luftverstellung innen funktionieren. Jetzt kann man das neue Handschuhfach (Deckel wechseln, ist einfacher als das Schloss) und die neue Ablage für die Beifahrerseite wieder anmontieren. Somit wäre der Innenraum vorerst erledigt. Auch wenn sich die Zeilen ziemlich schnell lesen, bis hierher waren es locker ca. 9-10 Stunden Arbeit.
Thermoschalter
Da ich nur die Schaltpläne für den VR6 habe, weiß ich nicht, ob folgender Thermoschalter auch bei G60 etc. vorhanden ist. Beim VR6 gibt es am Motorblock vorn rechts, etwas unterhalb der sechs Ansaugrohre, ein angeflanschtes Teil im Wasserkreislauf, welches drei Löcher (ca. 3 cm Durchmesser) für bestimmte Geber enthält. Der linke ist der Temperaturgeber für die Innenanzeige und/oder Zusatzwasserpumpe, der mittlere ist ein Temperatursensor für die Motorsteuerung. Der rechte könnte entweder mit einem Blindstopfen versehen sein (Lüfter Kühlmittel 2-Stufig), mit einem zweipoligen Stecker versehen sein (Lüfter Kühlmittel 3-Stufig, für Fahrzeuge mit Hängerkupplung, 4-Gang-Automatik oder Tropenausführung) oder einem vierpoligen Stecker (eigentlich nur bei Klima). Dieser vierpolige Stecker (braun VW-Nr. 357 919 369 E) wird für die Klimaanlage gebraucht. Wer das Teil beim Kauf der Klimaanlage vergessen hat (ging mir so) kann ihn auch bei VW für ca. 10 Euro incl. der passenden Ringdichtung nachkaufen. Soviel dazu. Der Thermoschalter ist durch eine Haltefeder gesichert, welche nach oben herausgezogen werden muss. Dann kann der Schalter rausgezogen werden, könnte leicht "festgegammelt" sein. Vorsicht, wer jetzt sein Kühlwasser noch nicht (teilweise) abgelassen hat, bekommt einen ordentlichen Schwapp ab. Den neuen Stecker einfach mit dem neuen Dichtungsring wieder reinstecken und mit der Haltefeder festklippsen.
Klimaschläuche, Kompressor und Kondensator
Bevor man den Kompressor einbaut, sollte (muss bei altem Kältemittel R12) er mit neuem Öl befüllt werden. Durch den Ausbau der Klimaanlage ist sämtliches Kältemittel und auch ein Teil des Kompressoröls weg. Dazu kann man den Kompressor entweder zu VW bringen, oder man sollte mit denen über die Ölmenge verhandeln. Eine Flasche ist nämlich 250 ml groß und kostet ca. 40 Euro. Man braucht aber nur rund die Hälfte (je nach Kompressor, die genauen Daten hat VW), den Rest braucht man nie wieder. Um den Kondensator einzubauen, muss (auf alle Fälle beim VR6, bei den anderen wahrscheinlich auch) die Stoßstange und der Schlossträger weg. Weiterhin ist dies beim VR6 auch unumgänglich, wenn der Kompressor angebaut wird, da es ansonsten dort viel zu eng ist. Für die Stoßstange muss man zuerst die Blinker (rausklicken), dann die Nebler (rausschrauben) abbauen. Dann die unteren Plastikverkleidungen vom Radhaus zur Stoßstange und den Geber für die Aussentemperatur abbauen und die 4 gleichen Schrauben am unteren Querträger lösen. Nach dem "Aushebeln" über die Radhausschalen kann man die Stoßstange nach vorn wegziehen. Als nächsten müssen die Scheinwerfer und das Grill raus, dann die ca. 10-12 Schrauben des Schlossträgers lösen, dadurch ist der Schlossträger soweit frei, dass man bequem an alle erforderlichen Stellen rankommt. Den Bowdenzug zur Motorhaubenöffnung habe ich nicht abgebaut, da der Schlossträger weit genug weg ging. Jetzt kann als erstes der Kompressor angebaut werden. Der Träger ist zumindest beim VR6 schon vorhanden, es hängt die Lichtmaschine mit dran. Zuerst muss der Riemenspanner des Keilriemens mit einer (ich glaube 10er) Schraube entspannt werden, dann kann man den Riemenspanner durch lösen von den drei seitlichen Schrauben entfernen. Der Keilriemen kann auch gleich weggenommen werden, da er später eh zu kurz ist. Um den Kompressor festschrauben zu können, ist es besser die Verkleidung an der Radhausschale der Beifahrerseite zu entfernen. Der Kompressor kann jetzt in den Halter geschoben und festgeschraubt werden. Falls er nicht reinpasst, müssen die eingepressten Ringe auf der einen Seite etwas rausgeschlagen werden. Diese ziehen sich beim Festschrauben dann wieder an. Die untere Schraube ging ohne Probleme rein, die obere musste irgendwie reingelegt werden. Ich weiß das jetzt nicht mehr genau, wenn man aber davor sitzt ist es ziemlich selbsterklärend. Dann die beiden Schrauben festziehen, den größeren Keilriemen und den Riemenspanner einbauen, und den Keilriemen wieder spannen (Schraube rausdrehen). Die Verkleidung an der Radhausschale kann auch wieder angebaut werden. Bevor jetzt der Kondensator eingebaut wird, muss der dranhängende Trockner (kostet bei VW ca. 80 Euro) getauscht werden. Dazu vorsichtig die beiden Überwurfmuttern lösen, dann den Trockner selbst abschrauben. Der Einbau ist umgekehrt. Beim Abschrauben der Überwurfmuttern unbedingt vorsichtig vorgehen, denn bei mir ist dabei ein Rohr (dünnes Aluminium) zum Kondensator abgerissen, wodurch ich einen neuen Kondensator brauchte. Der theoretische VW-Preis liegt bei ca. 400 Euro, praktisch war er zumindest für den VR6 nicht mehr aufzutreiben bzw. hätte ich sehr lange drauf warten müssen. Ich hab dann durch Glück einen beim Bosch-Dienst bekommen. Jetzt kann der Kondensator reingestellt und am Kühler oben links und an der Seite rechts festgeschraubt werden. Bei mir musste ich am Kühler einen überstehenden Plastikhalter (Loch für Verschraubung) absägen, da er im Weg war. Weiterhin wird er am unteren Querträger links und rechts verschraubt. Als nächstes können die Klimaleitungen reingebaut werden. Dazu, wie auch beim Wechsel des Trockners, neue Dichtungen verwenden. Der Einbau (Lage) der Leitungen ist ziemlich selbsterklärend und durch die verschiedenen Anschlussgrößen "idiontensicher" aufgebaut. Die Leitung vom Verdampfer zum Kompressor wird am Stoßdämpferholm der Beifahrerseite befestigt, die Leitung vom Kompressor zum Kondensator wird am Kühler angeschraubt. Nachdem die Klimaleitungen alle angeschraubt sind, kann die Plastikkappe, an welche die Leitungen zum Verdampfer angeschraubt sind, festgeklickt werden. Jetzt kann auch der Schlossträger wieder eingesetzt werden. Die Stoßstange aber noch nicht anbauen, da vorher noch der Temperaturschalter für die Klimaanlage eingebaut und verkabelt werden muss.
Kabelbaum
Im Innenraum muss die Ablage auf der Fahrerseite abgebaut werden. Das Relais (Nr. 13 oder 133) muss in den noch freien Steckplatz 1 gesteckt werden. Welcher Steckplatz dies ist, erfahrt Ihr hier. Um den alten Kabelbaum besser auszubauen, vor allem um den neuen Kabelbaum besser reinzubekommen, baut man am besten den Wasseraugleichsbehälter ab. Dies trifft vor allem beim VR6 zu, bei den anderen weiß ich nicht, wo der sitzt, ob er überhaupt im Weg ist. In diesem Moment ist es besser, wenn (immer noch) kein Kühlwasser drin ist. Jetzt kommt man relativ gut an die Kabelbäume ran. Den entsprechenden (alten) Kabelbaum überall abziehen, Lüftermotor, Thermoschalter am Kühler, eventuell Thermoschalter (wenn vorhanden), Plus- und Minusklemme an der Batterie, Steuerteil für Kühlerlüftung etc. Jetzt kann der alte Kabelbaum rausgezogen werden, der neue kann reingelegt werden. Die Dichtungsstopfen am Kabelbaum für die Spitzwand sind gleich dick. Zuerst schließt man innen alle Steckkontakte zusammen, baut die zusätzliche Sicherung ein usw. Dabei müssten alle Kabel des inneren und des äußeren Kabelbaums wieder zusammenstecken, bis auf zwei einpolige Kabel (schwarz/rot und braun/weiß) mit Stecker. Für diese Kabel müssten schon zwei Kabel vorinstalliert sein, und irgendwo hinter dem Sicherungskasten "rumlungern". Für Baujahr ab August 1992, könnte es auch ein zweipoliger Stecker für beide Kabel sein. Nachdem in Innenraum alles angesteckt wurde, kann jetzt der Kabelbaum im Motorraum ordentlich verlegt werden. Das Kabel an den Batteriepluspol als letztes anschließen, um eventuelle Kurzschlüsse zu vermeiden. Das Steuerteil mit Halter wird etwas unterhalb vom Wasserausgleichsbehälter (in Richtung Batterie) festgeschraubt. An dieses Steuerteil kommen zwei Stecker, ein großer mit runden Ecken (wie am Kühlermotor) und ein kleiner mit runden Ecken. Dann wird das zweipolige Kabel für den Außentemperaturschalter hinter der Batterie zum Schalter verlegt. Dieser Schalter wird bei der Hupe (vorm Rad Fahrerseite) angebaut. Den Hauptkabelbaum weiter in Richtung Kühler ziehen. Hier müsste jetzt ein 4-poliger Stecker enden. Dieser ist an den Anschluss der Klimaleitung vom Kompressor zum Kondensator anzuklemmen. Jetzt müssen noch der Kühlermotor, die Temperaturschalter und der Klimakompressor angeschlossen werden. Dazu einfach die noch vorhandenen Kabel weiterführen (mit Kabelbindern teilweise festmachen) und anklemmen. Ist sehr einfach. Jetzt kann das Plus-Kabel angeschlossen werden, die vierte Gebläsestufe sollte funktionieren. Jetzt kann auch die Ablage auf der Fahrerseite wieder reingebaut und die Stoßstange wieder komplett angebaut werden. Falls ich (oder der Monteur der Klimaanlage) nichts vergessen habe, sollte jetzt der Corrado wieder komplett sein.
Befüllung
Zum Befüllen der Klimaanlage bin ich zu VW gefahren, hat ca. 50 Euro gekostet. Falls die Klimaanlage noch das alte R12 hatte, muss noch ein Umrüstset von VW gekauft werden, kostet ca. 20 Euro und wird beim Befüllen von VW mit reingebaut.
Sonstiges
Wer will kann noch die Lichtmaschine mit wechseln, diese hat bei normalen Fahrzeugen (betrifft hier alles VR6, die Werte für die anderen Typen sind etwas anders) 70A, mit Klima 120A. Ich habe meine nicht gewechselt, ich hatte aufgrund der abnehmbaren Anhängerkupplung eine mit 90A. Wenn die Klimaanlage ausgebaut wird, sollte man die Öffnungen des Kompressors, wenn möglich auch die der anderen Teile, mit Klebeband oder Ähnlichem verschließen, dass keine Feuchtigkeit reinkommt. Ein neuer Kompressor (VR6) kostet ca. 600 Euro. Weiterhin kosten auch sämtliche anderen Teile "Schweinegeld", eine Leitung zwischen 300 und 400 Euro, das Relais 35 Euro usw., war nur mal eine kleine Einsicht in die Preisliste bei VW.
Erklärung zu den Fotos
Das erste Foto zeigt den Ausgang vom Verdampfer und die originale Lage der Klimaleitungen vom Verdampfer zum Kompressor (dicke Leitung oben) und zum Kondensator (dünne Leitung unten). Die anderen Leitungen und Schläuche bitte nicht beachten, sie liegen teilweise aufgrund der Demontage des Motors anders drin. Weiterhin kann man unten rechts im Bild den Ausgang des Wasserablaufventils sehen, welches sich hinter dem Ausschnitt im Aluwärmeblech befindet. Der dünne gelbe Schlauch ist ein Teil des Unterdrucksystems, welches von der Unterdruckdose unter dem Kotflügel der Beifahrerseite kommt. Bild zwei zeigt die ganze Angelegenheit von vorn, wobei der dünne Klimaschlauch ziemlich original liegt, der dicke zum Kompressor wegen dem Motorausbau nach vorn gedreht wurde. Das dritte Bild zeigt das reinzuschneidende Loch in der Spritzwand von innen (Foto ist Hochkant, unten ist links, oben ist rechts).
Abschluss
Ich hoffe, man kann mit der angeführten Beschreibung was anfangen. Ich wünsche jedenfalls viel Spaß beim basteln. Ach noch was, ich habe die ganze Aktion vor ca. einem halben Jahr (Oktober 2003) durchgezogen. Ich hab mir jetzt beim Aufschreiben zwar Mühe gegeben, kann sein, dass ich trotzdem was vergessen habe, bitte deshalb nicht böse sein. Deshalb möchte ich abschließend noch erklären, dass ich für die ganze Anleitung keine Garantie, in welcher Form auch immer, übernehme, auch nicht für eventuell auftretende Folgeschäden.
Für Fragen stehe ich euch gerne zur Verfügung: diabolino1@web.de
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Andy-Corrado 14:18, 30. Jan 2006 (CET)


